Dubai und die Banken sind die zweite Welle der Weltwirtschaftskrise
Von Jochen Hoff | Duckhome | – Die Regierung von Dubai hat einseitig ein Zahlungsmoratorium verkündet. Dubai hat ca. 80 Milliarden Euro an Schulden. Prompt brachen in Deutschland und Japan die Börsen deutlich ein. Das fast zeitgleich die WestLB 85 Milliarden Euro in eine Bad Bank, also an den Steuerzahler auslagerte, hatte allerdings keine Folgen. Es kann also nicht um die Summe gehen.
Dubai will ein halbes Jahr später zahlen. Dubai hätte 10 Milliarden an neuen Krediten bekommen können, nutzt davon aber nur nur 5 Milliarden und lässt es lieber zu, dass sich das Rating bei den Kreditversicherungen um 36,5 Prozent verschlechtert, obwohl eine Zahlung von 3,5 Milliarden im Dezember ausgereicht hätte um das Gesicht zu wahren.
Das klingt irgendwie nicht schlüssig. Wenn man davon ausgeht, dass das augenblickliche Finanzgefüge bestehen bleibt, war das eine absolut idiotische Idee. Es sei denn, man beurteilt die Lage völlig anders und geht davon aus, das bald der nächste Knall kommt. Dann macht es Sinn flüssig zu bleiben und nicht zurückzuzahlen und sich gleichzeitig eine Option auf weiteres frisches Geld zu erhalten.
Der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, geht davon aus, dass die Banken bisher erst die Hälfte ihrer faulen Papiere aufgedeckt haben. Dabei ist diese Annahme mehr als optimistisch. Es dürften bisher bestenfalls ein Viertel bis ein Drittel der Verluste bekannt geworden sein.
Klar ist aber auch, dass die Staaten diese Banken nicht mehr retten können. Das Geld ist einfach weg und auch das Geld was sie bisher in die Bankenrettung oder Konjunkturprogramme gesteckt haben ist bereits wieder in neuen Blasen verschwunden. Für Deutschland geht die Deutsche Bundesbank davon aus, dass die 17 größten deutschen Banken, alleine in 2010 noch rund 90 Milliarden Euro an weiteren Abschreibungen auf verbriefte Produkte und faule Kredite tätigen müssen.
Auch das ist angesichts der 85 Milliarden der WestLB bestenfalls ein Bruchteil dessen was noch kommt. Selbst wenn es den vielbeschworenen Aufschwung geben würde, ist das einfach nicht zu bezahlen. Da hilft es auch nicht, die Banken aufzufordern sich jetzt Speck anzufressen um in den kommenden schlechten Zeiten davon zehren zu können. Die Gier ist zu groß. Nichts geht in die reale Wirtschaft und alles in die Spekulation, in die nächste Blase.
Dubai war der Anfang. Die Ukraine und die baltischen Länder werden folgen. Ebenso Griechenland, Spanien und Portugal, wahrscheinlich auch Italien.
Egal wie viel Geld der IWF bis dahin gesammelt hat. Es wird nicht mehr so weitergehen wie bisher. Vermutlich hat Dubai zum richtigen Zeitpunkt die Reißleine gezogen. Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.
Quelle: Netzwerkpartner Duckhome